Pilotprojekt mit Vorzeigecharakter

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Foto © Jörg Lühn: Olaf Berner, Matthias Fehrke und Klaus-Dieter Petersen (von links) präsentierten gestern die neue Nachwuchsstruktur des THW Kiel und des TSV Altenholz.

Der THW Kiel will mit dem TSV Altenholz zu einer Top-Adresse für den Handball-Nachwuchs werden
Von Jörg Lühn
Kiel. Der THW Kiel und der TSV Altenholz setzen neue Maßstäbe im Nachwuchsleistungs-Handball. Die Klubs rufen eine GmbH ins Leben, die bundesweit in dieser Form bisher nicht zu finden ist. Das Team Handball Altenholz nimmt seine Arbeit als Pilotprojekt mit Vorzeigecharakter auf, weil es auch im wirtschaftlichen Bereich weich abgefedert ist. Die Geschäftsführung übernehmen Matthias Fehrke (TSVA) und der THW-Vorsitzende Olaf Berner.
Vorrangiges Ziel ist die verbesserte Ausbildung von Handball-Talenten. In der Vergangenheit hatten beide Vereine immer wieder einmal eine Art Kooperation für ein Zweifachspielrecht einzelner Akteure zur Zusammenarbeit genutzt, aber letztendlich nicht zur allgemeinen Zufriedenheit. „Wir sind über diesen Schritt wirklich sehr froh. Wir bündeln jetzt die Kräfte und machen uns keine Spieler und Sponsoren mehr abspenstig“, sagte Fehrke.
Damit bekennen sich zwei Traditionsvereine uneingeschränkt zum Handballstandort Kiel, der in naher Zukunft eine der Top-Adressen in Sachen Nachwuchsförderung werden soll. Schließlich ist es das ehrgeizige Ziel des THW, mit seinen U17 und U19-Mannschaften ständig um die deutsche Meisterschaft mitspielen zu wollen und später über eine hohe Anschlussförderung zu verfügen. „Wir hoffen, dass wir dem THW mit dem TSV Altenholz auf absehbare Zeit schon wieder die Zweite Liga bieten können“, sagte Fehrke.
Berner möchte zügig die Lücke schließen und mit der zweiten Mannschaft des THW aus der Oberliga wieder in die Dritte Liga zurückkehren. „Wir können zwar nicht garantieren, dass wir in jedem Jahr einen Rune Dahmke und einen Alex Williams herausbringen, aber wir möchten die Spieler zumindest in der Region Kiel halten“, sagte Berner. Durch die sportliche Kooperation mit dem ambitionierten Drittligisten aus Altenholz hat der THW seine Plattform an Alters- und Entwicklungsstufen noch einmal erweitert. „Wir bündeln die Kräfte, um Handball-Talente aus der Region auf ihrem Weg in die Bundesliga optimal zu fördern und zu unterstützen“, freut sich THW-Geschäftsführer Thorsten Storm.
Das sportliche Bindeglied zwischen dem schwarz-gelben Altenholzern und dem schwarz-weißen THW ist Klaus Dieter Petersen. Der 340-malige Nationalspieler zeichnet als Nachwuchskoordinator verantwortlich für die A- und B-Jugend (U19 und U17) und agiert als Assistent des neuen TSVA-Trainers Martin Nirsberger. „Die Brücke zu allen Mannschaften ist damit geknüpft“, sagte der 46-Jährige.
Personell wurden unmittelbar nach der GmbH-Gründung erste Weichen gestellt. So wird Williams das Zweifachspielrecht für den TSV Altenholz erhalten. „Beim 25:25 kann er in Altenholz ein Spiel lenken, beim THW geht das noch nicht“, sagte Petersen. Kaum getrocknet ist die Tinte unter der Vereinbarung mit Torhüter Dominik Plaue. Der 19-jährige Torhüter wird zwar regelmäßig in Kiel trainieren und damit den Platz von Kim Sonne (GWD Minden) einnehmen, aber in den Pflichtspielen für den TSVA zwischen den Pfosten stehen. „Perfekter geht es nicht um die Jugend zu fördern“, sagte TSVA-Vorsitzender Rolf Lorenzen.
Keine Option für die Schwarz-Gelben ist hingegen der der gerade erst verpflichtetete brasilianische Kreisläufer Rogerio Moraes Ferreira. Der 21-Jährige wird lediglich zwischen der Bundesliga-Mannschaft von Trainer Alfred Gislason und der U23 der Zebras pendeln.