U19 gewinnt „Abwehrschlacht“

THW U19 – VfL Potsdam 25:21 (12:10)

„Es war das erwartet schwere Spiel“, kam U19-Coach Michael Haß nach dem Sieg gegen Tabellenführer Potsdam um das Bemühen einer klassischen Phrase nicht herum, blickte aber dennoch auf ein Match zurück, das sein Team über weite Strecken dominiert hatte und am Ende verdient mit 25:21 gewonnen hatte.

Auf das erste Heimspiel der Saison waren Trainer und Mannschaft gleichermaßen heiß, nach dem geglückten Auftakt der Vorwoche hatte man sich viel vorgenommen und wollte auch zu Hause bestehen. Allerdings hatte sich kein Geringerer als der Erstplatzierte angekündigt, mit bis dato drei überlegenen Siegen reiste auch der Kontrahent mit breiter Brust an die Förde.

Von Beginn an wurde das Spiel von den Abwehrreihen dominiert, erst nach mehr als vier Minuten  fiel das erste Tor des Tages. Das 0:1 durch Potsdams späteren Top-Torschützen Levi Schwark (7 Tore) sollte aber die einzige Führung des VfL bleiben. Lucas Firnhaber glich umgehend aus und setzte in den ersten Minuten mit seinen sehenswerten Treffern mehr als nur ein Ausrufezeichen. Teamkollege und Kapitän Timon Kaminski tat es ihm gleich, sodass sich beide Akteure neben Keeper Tim Wendt ein besonderes Fleißsternchen verdienten.

Kiels Torhüter konnte sich auf seine Defensive verlassen, mit der 6.0-, als auch  der 5:1-Variante präsentierten sich die Jungzebras variabel, aggressiv und kompakt und erfreuten das Trainerteam Haß/ Petersen mit stark umgesetzten Trainingsinhalten.

„Über die Abwehr zum Sieg zu kommen, war unser Ziel“, so Trainer Michael Haß, der das Soll als absolut erfüllt ansah. Wechselweise wurde Lucas Firnhaber und Timon Kaminski per Sonderbewachung aus dem Spiel genommen, einen Bruch brachte dies aber im ersten Durchgang nicht ins Kieler Spiel, die Jungs ließen sich nicht beirren und setzten sich sukzessive mit zwischenzeitlichen fünf Toren 12;7, 28.Spielminute) vom Gegner ab. „Vor allem die erste Viertelstunde war nahezu fehlerfrei“, konstatierte der Kieler Coach.

Mit einigen Fehlwürfen und Unkonzenrtiertheiten brachten die Kieler kurz vor der Pause den Gegner aber doch wieder ins Spiel – ein Geschenk, das die Gäste in Überzahl gern annahmen und sich wieder in Schlagdistanz brachten. Beim 12:12 (33.) stand aber nur kurzzeitig alles auf Anfang, die Hausherren fanden den roten Faden ihres Spiels und die alte Stärke schnell wieder und setzten sich fortan wieder ab. Potsdam behielt in den verbleibenden Minuten die Beobachter-Rolle inne und konnte den temporeichen THW-Angriffen wenig entgegensetzen. Ein ums andere Mal fanden die Brandenburger ihren Meister außerdem in Keeper Tim Wendt, der die Offensivakteure zur Verzweiflung trieb.

„Das war ein echter Arbeitssieg, aber vor allem ein Sieg des Willens“, so Michael Haß nach dem Spiel. „Du musst erstmal gegen so einen Spitzenreiter bestehen, das haben wir als Team großartig gemacht!“

THW Kiel: Wendt (1. – 60., 20 Paraden), Schröder (bei einem Siebenmeter, 39.); Haß, Tank, Stegmann, Noack 4, Kleineidam 2, Eckert 2, Sinnwell, Seebeck 3, Glindemann 1, Firnhaber 7/1, Schawaller 1, Kaminski 5.