U19 – Jungzebras nur zehn Minuten auf Augenhöhe

FOTO: SONJA PAAR : Welche Sportart, Handball oder Ringen? Der Burgdorfer Petar Juric (re.) greift sich Jan-Ole Martin.

Handball-Bundesliga: Klare Niederlage gegen Spitzenreiter Burgdorf – Nach Verletzungen ging nichts mehr

Kiel. Am 15. Spieltag der A-Jugend-Bundesliga Nord mussten die U 19-Handballer des THW Kiel die Übermacht des Tabellenführers TSV Burgdorf anerkennen und sich deutlich mit 23:36 (15:19) geschlagen geben.

Dabei sah es zunächst gut für die Hausherren aus. Mit breiter Brust und großem Kampfgeist lieferten die Jungzebras ein Match auf Augenhöhe ab (5:5/9. Minute), konterten das schnelle Burgdorfer Angriffsspiel mit konsequentem Rückzugsverhalten in den 6:0-Abwehrverbund, in dem Ferris Klotz und Philip Markovski einen starken Innenblock bildeten und das Zentrum solide verdichteten. Die erste Drei-Tore-Führung der Gäste (8:5/13.) fußte vor allem auf drei bis zur 10. Minute kompromisslos versenkte Strafwürfe des letztlich achtmaligen Torschützen Vincent Büchner, im gebundenen Spiel kämpften beide Teams mit offenem Visier. Hannes Glindemann führte mit gewohnter Spielübersicht Regie, nutzte selbst immer wieder den Überraschungsmoment oder setzte seine Nebenleute stark in Szene. Doch dieses Feuer brannte nur zehn Minuten lang.

Ein Schock folgte dann in der 21. Minute: Nach einer Abwehraktion gingen sowohl Klotz (Knöchel), als auch Markovski (Pferdekuss) zu Boden. Das THW-Trainerteam Michael Haß/„Pitti“ Petersen war danach zur Neujustierung des Defensiv-Zentrums gezwungen – ein Unterfangen, das über die Halbzeitpause hinaus kaum mehr gelang, einzig das 15:17 (29.) war noch drin.

Klotz konnte nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen und fehlte als Abwehrchef an allen Ecken und Enden. Burgdorf nutzte das clever aus, löste immer wieder auf zwei Kreisläufer auf und kam so über das Zentrum zu Torabschlüssen oder setzte die wurfgewaltigen Rückraumschützen in Szene. Auch die Kieler Keeper-Wechsel fruchteten nicht: „Die Torwartleistung war von beiden nicht gut, das war einfach zu wenig“, konstatierte Haß. Die Abstimmung fehlte komplett, der totale Fehlstart in die zweite Halbzeit, in der die Kieler fahrig und nervös wirkten, sich viele technische Fehler erlaubten und knapp zehn Minuten lang kein Tor erzielten, war nicht mehr wettzumachen.

Der Tabellenführer enteilte auf 23:15 (39.) und konnte gefahrlos in den Trainingsspiel-Modus schalten, bei den Gastgebern war die Luft raus. Einzig Flügelflitzer Klas Bergemann sorgte mit seinem artistischen Gegenstoß-Treffer zum 22:29 (52.) für das „Tor des Tages“ und den Glanzpunkt im Kieler Spiel. Die letzten Minuten gehörten klar den Gästen, die das Resultat letztlich standesgemäß und leistungsgerecht nach oben schraubten. „Das war auch in der Höhe absolut verdient, das müssen wir neidlos anerkennen“, hakte Coach Haß das Match ab. akü

THW Kiel: Spach (1.-23.; 30.-45.) 3 Paraden, Schmidt (23.-30., 45.-60.) 3 – Haß 3, Glindemann 7, Brunckhorst, Bruse, Stegmann, Haack 1, Hossu 3, Markovski, Liedtke, Martin 4, Bergemann 3/2, Klotz 1.