U19 – Klasse Kieler übertrumpfen Konkurrenz beim „EuroGoldCup“

Autor: Ralf Kohler

Nach einem heißen Handball-Wochenende in Pforzheim sind die A-Junioren des THW Kiel mit dem Siegerpokal nach Hause gefahren. Beim EuroGoldCup entschieden sie das Finale gegen den Nord-Rivalen SG Flensburg-Handewitt mit 16:15 für sich. Als die Entscheidung fiel, sahen um die 500 Zuschauer zu, über beide Tage begrüßte die HSG Pforzheim etwa 900 Gäste.

U19 Euro Gold Cup2

Bei der fünften Auflage gewann erstmals Kiel den EuroGoldCup. Die A-Junioren des THW konnten ihm Goldkonfetti-Regen feiern, nachdem sie im Finale gegen Flensburg-Handewitt ein 16:15 erkämpft hatten.

Zum fünften Mal hatte die HSG den Jugendmannschaften vor der Fritz-Erler-Halle im wahrsten Sinne des Wortes den Roten Teppich ausgerollt. Sollte der eine oder andere der jungen Handballer irgendwann Star-Status erreichen, wäre das keineswegs überraschend. Stark waren am Wochenende einige Torhüter, auch wenn aus ihren Reihen letztlich niemand ausgezeichnet wurde. Dafür wurden als „Bester Spieler“ sogar zwei Talente des Jahrgangs 1998 geehrt: Kiels Kreisläufer Ferris Klein sowie Luis Villgrattner. Dass die JSG Balingen-Weilstetten Platz drei eroberte, hatte sie vor allem den Toren des von der JSG Echaz-Erms verpflichteten Rückraumspielers Villgrattner zu verdanken. Der junge Sportsoldat dürfte im Verlauf der Saison weitere Male in der Goldstadt spielen, und zwar mit Balingens Drittliga-Team bei der TSG Pforzheim beziehungsweise bei der SG Pforzheim/Eutingen.

Die SG-Junioren hatten beim EuroGoldCup Pech und beendeten das Turnier nach der abschließenden 13:15-Niederlage gegen den FC Barcelona auf dem letzten Rang. „Wir hätten uns von Spiel zu Spiel cleverer anstellen müssen“, sagte der vom TSV Rintheim gekommene Torhüter Moritz Haubrock. Nach einem 9:16 zum Auftakt gegen die Füchse Berlin kam die SG dank eines 12:12-Unentschiedens gegen Barcelona ums vorzeitige Ausscheiden herum. Um weiterzukommen, hätte sie Kiel dann klar schlagen müssen. Doch nur ein Achtungserfolg war drin: Die SG unterlag mit 11:14.Das bedeutete, dass Kiel und Barcelona 3:3 Punkte hatten und die Norddeutschen wegen eines mehr erzielten Treffers ins Halbfinale einzogen. Die Katalanen erlebten eine böse Überraschung, denn sie nahmen an, dass – wie international üblich – der direkte Vergleich zählt. „Wir haben gar nicht gerechnet, sondern gespielt und erst nachher erfahren, dass es gereicht hat“, sagte Kiels Trainer Klaus-Dieter Petersen. Angesichts einer stetigen Leistungssteigerung meinte er, der Finaleinzug der THW-Junioren sei verdient. Für den Endspielerfolg brauchte es dann auch Glück. „Ich habe ja in den letzten zehn Minuten durchgewechselt“, sagte „Pitti“ Petersen. Der Ex-Nationalspieler und sein Team hatten es nach der Siegerehrung eilig, denn eine Stunde nach Turnierende wollte der THW vom Bahnhof Pforzheim aus die Heimreise antreten. Auch im Zug sei Alkohol für seine Schützlinge tabu, versicherte Petersen nebenbei.Schmerzhafte Jubel-Panne

Einem war die Lust zu feiern, wohl ohnehin vergangen: Beim spontanen Jubel nach dem Finale krachte Jan Ole Martin mit einem Mitspieler zusammen, verlor zwei Schneidezähne und verpasste wegen der nötigen Behandlung die Abschlusszeremonie. Da war wenigstens sein Trikot dabei, denn mit dem bestiegen seine Mannschaftskameraden das Siegerpodest. Organisator David Bregazzi zeigte sich schon vor dem Finale zufrieden, auch wenn die Hitze wohl ein paar Zuschauer gekostet hatte. „Wir hatten Superspiele – und Superspieler“, sagte Bregazzi.