U19 – Leipzig eine Nummer zu groß

U 19 des THW Kiel verliert das Viertelfinal-Hinspiel um die deutsche Meisterschaft mit 18:27 (8:15)

VON ANJA KÜHL

Kiel. Für viele der THW-U 19-Talente war es eins der wichtigsten Spiele ihrer noch jungen Handball-Karriere und gleichsam wohl auch eine der größten Enttäuschungen: Das Viertelfinal-Hinspiel im Kampf um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft gegen den SC DHfK Leipzig ging deutlich mit 18:27 (8:15) verloren.

An Motivation und Willen mangelte es nicht, absolute Entschlossenheit war jedem einzelnen Jungzebra ins Gesicht gemeißelt. Vor ausverkaufter Kulisse, der neben einer Handvoll THW-Profis auch die Coaches Alfred Gislason und Jörn-Uwe Lommel angehörten, wollten die Zebra-Boys überzeugen, wurden allerdings von den Leipzigern schnell auf den Boden der Tatsachen gebracht. Das 2:2 (4.) sollte der erste und letzte Augenhöhe-Moment bleiben, mit Franz Semper und Gregor Remke brachen sich in den ersten Angriffen bereits die Leipziger Topscorer Bahn und stellten die Kieler 6:0-Abwehr immer wieder vor Probleme.

Die Defensiv-Umstellung folgte mit dem frühen Kieler Time-Out (11.) – mit der 5:1-Formation, in der Hannes Glindemann Leipzigs Semper aus dem Spiel nahm, konnten die Bahnen des amtierenden Meisters zwar eingeschränkt, aber nicht hinreichend eingedämmt werden. Immer wieder fanden und nutzten die Gäste konsequent und mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit Lücken in der Kieler Deckung, die sich nach Kräften mühte und hart arbeitete, die Feldvorteile der DHfK’ler aber anerkennen mussten.

Wir haben das Spiel im Angriff verloren, uns fehlte heute einfach die Durchschlagskraft. Michael Haß, Trainer THW Kiel

Fynn Schröder räumte in der 18. Minute den Kieler Kasten für Tim Wendt, Leipzig war zu diesem Zeitpunkt bereits auf 11:6 enteilt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Kieler im Angriff Nerven zeigten, nicht abgeklärt genug ihr Spiel aufzogen und sich zu unüberlegten Abschlüssen und technischen Fehlern auch noch Wurfpech gesellte. Keine gute Kombination gegen ein Team, dem auch im zweiten Durchgang vieles mühelos und selbstverständlich gelang, das als Titelträger seine Erfahrung voll ausspielte.

Doch die Zebras gaben nicht auf. Nach der Pause waren sie durchaus im Stande, noch was draufzupacken: Geburtstagskind Lucas Firnhaber, der krankheitsbedingt arg geschwächt ins Spiel, aber dennoch über die volle Distanz ging, machte jetzt die wichtigen „einfachen“ Tore, Jan Kleineidam per erstem Ballkontakt und Louis Haß von Außen – 13:19 (38.). Zeit für ein wütendes Time-Out des Leipzig-Coaches André Haber und das vorläufige Ende des Kieler Aufbäumens.

Fortan wurden wieder viele Chancen liegen gelassen, Leipzig gelangen die meisten Aktionen, das 25:15 (55.) gebührte Franz Semper, der am Ende des Abends zehn Rückraum-Tore erzielt hatte. Kiels „Man of the match“, Lucas Firnhaber, stand dem mit 9/2 Treffern in kaum etwas nach, dennoch: Es reichte nur noch zu Ergebniskosmetik, mit einer Hypothek von neun Toren Rückstand geht es am kommenden Sonntag nach Sachsen. „Wir haben nach Möglichkeiten gekämpft, man hat aber auch die Unerfahrenheit des Teams gemerkt“, so Nachwuchskoordinator „Pitti“ Petersen nach dem Match. Coach Michael Haß analysierte: „Wir haben das Spiel im Angriff verloren, uns fehlte die Durchschlagskraft.“