U19 Meisterschaftsfinale endet mit dem 3.Tabellenplatz

Foto S. Firnhaber„Es sollte einfach nicht sein“, so die Erkenntnis des letzten Spieltages in der Nordstaffel der A-Jugend Bundesliga aus Kieler Sicht. Als Tabellenführer zu den Berliner Füchsen gereist, konnten sich die U19-Zebras im Alles oder Nichts-Spiel letztlich nicht durchsetzen und verloren gegen die starken Hausherren mit 32:29. Die Qualifikation für die nächste Runde im Meisterschaftsrennen wurde somit denkbar knapp um einen Punkt verpasst – mit 31:13 Punkten sind die Kieler in der Endabrechnung Dritter hinter den Füchsen (32:12) und dem TSV Burdgdorf (31:11).
Zunächst begann das Match aber vielversprechend. Mit Fynn Schröder im Tor, Moritz Haß und Philipp Stiller auf den Außenbahnen, Lucas Firnhaber, Timon Kaminski und Alex Williams im Rückraum und Jan Boldt am Kreis legten die Kieler furios los.
Besonders Fynn Schröder machte sein Tor zu einer beinahe unüberwindbaren Festung und hielt, was es zu halten gab.
Sämtliche handballerische Tugenden wurden in der Anfangsphase konsequent umgesetzt: Geduldiges Aufbauspiel und eine zupackende Defensive sorgte dafür, dass die Zebras einen kleinen Vorsprung behaupten konnten.
Bereits nach 13 Minuten nahm der Berliner Coach sichtlich genervt die erste Auszeit und stellte seine Jungs neu ein.
Zwar konnten die Berliner, denen Shooter Kevin Struck mit Knieproblemen nicht zur Verfügung stand, nicht gänzlich ausgeschaltet werden, ruhig und überlegt behaupteten die Gäste aber dennoch Feldvorteile gegenüber den Füchsen. Selbst in Unterzahlsituationen behielten die Kieler einen kühlen Kopf und gingen durch Jan Boldt vom Kreis sogar mit 10:7 (21. Spielminute) in Front.
Als weitere Zeitstrafen und Strafwurfentscheidungen zu Ungunsten der Kieler hinzu kamen, gelang es den Berlinern aber sukzessive doch, sich heranzuarbeiten und den Kieler Vorsprung kurz vor der Pause gar zu egalisieren. Mit einem knappen 17:16-Füchse-Vorsprung ging es in die Kabinen und nach den ersten 30 Spielminuten waren weder die Teams, noch die mehr als 50 mitgereisten Kieler Fans wirklich schlauer. Mit seinem prompten Ausgleichstreffer direkt nach Wiederanpfiff fand Alex Williams aber die reset-Taste des Meisterschaftsendspurts und sorgte noch einmal für einen komplett offenen Ausgang im Titelrennen der Nordstaffel.
An die starke Leistung des ersten Durchgangs konnten die THW-Jungs aber nicht mehr anknüpfen und mussten mit ansehen, wie die Füchse sich ihrerseits absetzten.
Über 22:20 (40.) bis hin zum 27:23 (49.) eroberten die Füchse langsam aber sicher ihren Bau zurück, nicht zuletzt deshalb, weil Nils Gugisch über die Spieldistanz von 14 Gelegenheiten vom Siebenmeterpunkt 13 nutzte.
So führten die Kieler, die über den gesamten Spielverlauf einen mageren Siebenmeter zugesprochen bekamen, nicht nur in Don Quijote-Manier einen wahrlichen Kampf gegen Windmühlen, sondern haderten fortan auch mit der eigenen Chancenverwertung und der Moral.
Außerdem bekamen sie die Achse zwischen Michael Hemmer im Rückraum und Kreisläufer Moritz Schade nicht in den Griff, beide netzten jeweils sechsmal ein.
Reserven reichten nur zur Ergebniskosmetik
Zwar gaben sich die THW-Jungs noch lange nicht auf, es gelang aber einfach nicht mehr, das Ruder noch einmal entscheidend herum zu reißen.
Beim 30:24 (55.) nahm THW-Coach Michael Haß noch einmal eine Auszeit und versuchte, den letzten Funken Hoffnung zu entzünden, schnelle Tore mussten her.
Moritz Haß traf prompt per Gegenstoß zum 25:30, die Kieler alles-oder-nichts-Abwehr der letzten vier Spielminuten, die die Berliner Offensivbemühungen quasi an der Mittellinie neutralisieren sollte, erfüllte ebenfalls ihren Zweck und sorgte für Ballgewinne, die für die dringend benötigten Anschlusstreffer genutzt werden konnten.
Vier Tore in drei Minuten waren dann aber das Maximum dessen, was die Kieler U19-Jungs noch rauszuholen vermochten. Die Zeit war letztlich zu knapp, das starke Aufbäumen sorgte nur noch für Ergebniskosmetik beim Berliner 32:29-Sieg, der nach 60 Minuten besiegelt war.
Hängende Köpfe auf der einen, Jubel auf der anderen Seite – und beides zurecht!
Mit der besseren Leistung und dem Funken mehr Entschlossenheit entschieden minimale Faktoren das Match zu Gunsten der Füchse.
„Es ist schade, dass wir uns nach so einer tollen Saison nicht belohnen konnten, müssen aber auch anerkennen, dass die Berliner heute besser waren“, kommentierte der Kieler Coach die schmerzhafte Niederlage.
THW: Schröder (1.-60.) 18 Paraden, Spach (bei einem Siebemeter), Stiller 1, Bergemann 5, von Starck 1, Kadenbach 2, Haß 3, Eckert, Williams 8/1, Hoffmann, Firnhaber 4, Ohlig 1, Kaminsiki 1, Boldt 3.

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