U23 – Da ist das Ding: Zebras holen sich HVSH-Pokal

Knappes 30:25 im Finale gegen „Mö-Schö“

Wir wollten den HVSH-Pokal unbedingt gewinnen. Jetzt haben wir ihn.

Dennis Olbert, Trainer des THW Kiel II

Kiel. Der THW Kiel II hat den Handball-Landespokal 2016 gewonnen. Im ‚Finale to hus‘ bezwangen die Jungzebras in der Helmut-Wriedt-Halle den SH-Ligisten HSG Mönkeberg-Schönkirchen mit 30:25 (17:12) und entthronten damit den Titelverteidiger SG Wift, der sich mit einem 48:27-Kantersieg gegen die HSG Tarp-Wanderup Rang drei sicherte.

„Wir wollten den HVSH-Pokal unbedingt gewinnen. Jetzt haben wir ihn“, jubelte THW-Coach Dennis Olbert nach dem Finaltriumph. Sein Team war im Endspiel der Favoritenrolle gerecht geworden, erfuhr aber durch wackere „MöSchös“ harte Gegenwehr. Fünf Minuten blieb das Finale torlos, dann traf Mönkebergs Finn Ehrig zum 1:0 für den Underdog. Es sollte die einzige Führung des Außenseiters bleiben, weil die Jungzebras den Fuß auf das Gaspedal drückten. Insbesondere Julius Noack, der insgesamt neunmal einnetzte, setzte per Konter empfindliche Nadelstiche, die zu einer 17:12-Halbzeitführung führten. Doch der SH-Ligist mobilisierte letzte Kraftreserven, verkürzte und durfte bei einem 22:24-Rückstand (51.) nochmal von der Pokalsensation träumen. „Letztlich hat sich das Fünkchen mehr an Erfahrung für den THW bezahlt gemacht. Wir haben ein temporeiches Finale auf Augenhöhe gesehen. Wir verlassen zufrieden die Halle, weil wir alles gegeben haben“, konstatierte MöSchö-Coach Hauke Scharff.

Mit einem 34:26-Sieg tags zuvor über den SH-Ligarivalen HSG Tarp-Wanderup war die HSG Mönkeberg-Schönkirchen ins Finale eingezogen. Was sich nach einem Spaziergang anhört, war jedoch ein hartes Stück Arbeit. Die junge Scharff-Truppe hatte den Start total verschlafen und lag schnell mit 5:12 (15.) im Hintertreffen: Die Abwehr bekam keinen Zugriff und Tarps Torhüter Henning Döhring lief gegen die HSG-Schützen zu Hochform auf. „Wir waren nicht klinisch tot. Wir waren überhaupt nicht da“, kommentierte MöSchö-Coach Hauke Scharff süffisant das Lampenfieber seiner Jungs. Doch nach und nach legten seine Schützlinge die Nervosität ab, warfen ihre Schnelligkeit und Physis in die Waagschale und waren beim 15:16 zur Halbzeit auf Schlagdistanz. Zwischen der 33. und 43. Minute (22:18) blieb MöSchös-Keeper Nils Himmelsbach ohne Gegentreffer, während Gegenstoß um Gegenstoß auf Tarps Tor zurollte. Der Widerstand der Wölfe war gebrochen. Am Ende belohnten sich Ehrig, Eckert und Co. für ihren Kraftakt mit dem Finaleinzug.

Doch die Dramatik des ersten Semifinals überboten die SG Wift und der THW Kiel II im zweiten Vorschlussrundenspiel spielend und kämpfend. In dem hitzigen, aber nicht immer hochklassigen Oberligaduell schenkten sich beide Teams bis zum 5:5 (11.) keinen Millimeter. Dann sah Wift-Kreisläufer Tim Kreft für eine Abwehraktion, bei der er Lennart Gerke im Gesicht traf, die Rote Karte (15.). „Das hat uns sowohl am Kreis, als auch in der Abwehr enorm geschwächt. Es war der Knackpunkt“, haderte Wift-Coach Michael Haß, der nicht nur in dieser Szene anderer Ansicht war als das unsichere Schiedsrichtergespann Maik Bolus/Sven Foitzik. Die Jungzebras nutzten die kurzweilige Unruhe, um per Zwischenspurt auf 12:8 (30.) davon zu galoppieren. Doch anders als vor zwei Wochen bei der 27:39-Schlappe zeigten die Bären Krallen und erarbeiteten sich über 13:13 (38.) eine 16:14-Führung (42.). Der offene Schlagabtausch war eröffnet, die Jungzebras hielten dagegen. Jungzebra Jesse Peters sorgte erst 35 Sekunden vor der Schlusssirene in einer von vielen Zeitstrafen geprägten Schlussphase mit dem 26:24 für die Vorentscheidung zu Gunsten der Gastgeber.

Halbfinale: HSG Tarp-Wanderup – HSG Mö-Schö 26:34 (16:15)

MöSchö: Himmelsbach, Nohns – Hinsch 10/6, Sievers 1, J. Ehrig 6, Stahl, Dahmke, Eckert 8, Petersen, Künsken, Thoms 1, F. Ehrig 6, Schulte 2.

 

SG Wift – THW Kiel II 24:27 (8:12)

Wift: Hoffmann, Quednau – Kretschmer, Drecke, Lehmann 1, Bente 6, M. Koslowski, Plöhn 2, F. Koslowski 4/4, Kreft 1, Volquardsen 3, Stock 6, Brown, Haß 1.

THW II: Wendt, Michelsen – Stiller 1/1, B. Schroedter 1, Gerke 5, Boldt 1, Petersen 7/3, Ewald 1, Glindemann 1, Büchler 1, Seebeck 1, Noack 6, Hauschild, Klotz.

 

Um Platz 3: Tarp-Wanderup – SG Wift 27:48 (13:30)

Wift: Titze, Bahr – F. Schmidtke 5, Kretschmer 7, Drecke, Lehmann 1, M. Koslowski 2, Plöhn 11, F. Koslowski 3/3, Kreft 10, Bente, Stock 6, Brown 2, M. Haß 1.

 

Finale: HSG Mö-Schö – THW Kiel II 25:30 (12:17)

MöSchö: Himmelsbach, Nohns – Hinsch 11/5, Sievers 2, J. Ehrig 1, Stahl, Dahmke, Eckert 2, Petersen, Künsken 1, Thoms, F. Ehrig 3, Schulte 5.

THW II: Wendt, Michelsen – Stiller, B. Schroedter, Gerke 4, Boldt 4/2, Petersen 1, Ewald 1, Glindemann 2, Seebeck 8/4, Noack 9, Hauschild, Klotz 1.

[slideshow_deploy id=’5101’]