U23 – „In der Rückrunde noch eine Schippe draufgelegt“

Verlässt nach zwei erfolgreichen Jahren die Zebraherde:   THW-Coach Dennis Olbert.
© R.Rußmann

Kiel. Zeitweise befanden sich die Jungzebras im Rauschzustand: Glamouröser Höhepunkt einer erfolgreichen Saison war der Triumph im HVSH-Pokal-Final-Four. Doch auch das Tagesgeschäft in der Handball-Oberliga erledigten der THW Kiel II als Dritter mit Bravour.

„Die Erwartungen haben wir erfüllt und übertroffen“ – sieben Worte aus dem Mund des scheidenden Trainers Dennis Olbert spiegeln die Zufriedenheit und eine Portion Stolz über das Erreichte wieder. Schwarz-weißes Prunkstück war die 5:1-Defensive, die (fast) jeden Gegner zur Verzweiflung trieb. Nur selten kassierte das überragende Torwarttrio Tim Wendt, Leon Kirschner und Morten Michelsen mehr als 25 Gegentore. „Sie haben einen überragenden Job gemacht. Einer hat immer funktioniert“, lobte Olbert. Doch nicht nur auf die Keeper war Verlass.

Im Team gab es nur wenig Leistungsgefälle. Auch das war ein Grund, warum die Ausfälle von Niklas Kadenbach (Wadenbeinbruch) und Jesse Petersen (Kreuzbandriss) kompensiert werden konnten. „Wir mussten das Spielsystem umstellen, weil wir keinen Shooter mehr hatten. Der Zusammenhalt im Team war sehr ausgeprägt“, erläutert der THW-Coach. Andere Spieler mussten in Bresche springen: Im Rückraum wurde die Verantwortung auf die Schultern von Lennart Gerke und Simon Seebeck verteilt. Zudem erwies sich A-Junior Hannes Glindemann mit seiner Dynamik immer wieder als wertvolle Ergänzung. In der Abwehr erwuchsen die etatmäßigen Außenspieler Julius Noack und Philipp Stiller zu echten Alternativen auf den Halbpositionen. „Wir haben viel von meiner Spielphilosophie, die auf einer stabilen Abwehr und Tempospiel fußt, umgesetzt“, sagte Olbert mit dem Verweis, dass durch spielerische Lösungen auch die Kreisläufer Jan Boldt und Torge Ewald offensiv im Vergleich zur Vorsaison mehr einbezogen wurden.

Den Saisonhöhepunkt hatten die U23-Zebras bereits im Dezember erlebt, als in der heimischen Helmut-Wriedt-Halle mit Siegen gegen die SG Wift (Halbfinale) und die HSG Mönkeberg-Schönkirchen der Landespokal gewonnen wurde. „Damit hatten wir etwas in der Hand. Überragend war jedoch, dass wir danach nicht in ein Loch gefallen sind. Wir haben in der Rückrunde sogar noch eine Schippe draufgelegt und sind zu Recht hinter den beiden Topteams Dritter geworden“, analysierte Olbert, dessen Team drei Spieltage vor dem Saisonende mit einem 22:19-Heimsieg gegen die finanzstarke HSG Ostsee für die Meisterschaftsentscheidung zu Gunsten der HG Hamburg-Barmbek sorgte. Für Dennis Olbert schließt sich nach zwei Jahren das Kapitel THW Kiel: „Das Team hat mir viel zurückgegeben. Es war eine tolle Zeit.“ Zur kommenden Spielzeit übernimmt Ex-Nationalspieler Christian Sprenger das Kommando bei der U23.